Wie bei jedem Sport

Wie bei jedem Sport

Es ist doch ganz wunderbar, dass es immer wieder Dinge gibt, die sich bewähren. Und genau das sind dann die Dinge, die man natürlich auch immer wieder gern tut. So, wie es zum Beispiel mit dem Bowling ist. Für unseren Heimatverein war das vor Jahren schon einmal nahezu absolutes Pflichtprogramm. Es stand eigentlich jährlich auf dem Plan und erfreute sich auch ganz passabler Teilnehmerzahlen. Bis dann diese blöde Corona – Pandemie kam. Die Pandemie selbst war wohl eigentlich gar nicht so blöd, aber die Politiker, die ihren Machtrausch daran befriedigten und das menschliche Zusammenleben auf dem Planeten mit völlig irrsinnigen und komplett an den Haaren herangezogenen Regeln und Verboten fast zum Erliegen brachten. Auch unser Bowling fiel der verhängten Kontaktsperre zum Opfer. Und, einmal in Vergessenheit geraten, dachte schließlich keiner mehr an diesen schönen und unterhaltsamen Sport.

Bis 2025 einer unserer Vorständler den Einfall hatte, man könne doch wieder mal einen Bowlingabend auf die Tagesordnung stellen. Was schließlich auch strikt beschlossen wurde. Damit – ich lehne mich jetzt mal ziemlich weit aus dem Fenster – war prompt eine neuerliche Tradition ins Leben gerufen. Denn am 10. April 2026 fand unser Bowlingabend nun bereits zum zweiten Mal in ununterbrochener Reihenfolge statt. Somit besteht, falls der Verein weiter bestehen sollte, auch große Hoffnung, dass das Bowling wieder ein fester Bestandteil der künftigen Jahresplanungen werden könnte. Zumal die Vereinsführung inzwischen eine Möglichkeit fand, wie auch Personen, die nicht Mitglied im Verein sind, an diesen lustigen Wettkämpfen teilnehmen können.

Die Anmeldmodalitäten in diesem Jahr verliefen, sagen wir mal, nicht so ganz geradlinig. Marc, der sich für die Terminvereinbarung mit der Bowlingbahn bereit erklärt hatte, musste sich aus objektiven Gründen mehrmals auf Verschiebungen des Termins einlassen. Ich, der kleine, unschuldige Eddy, hatte dann jeweils das Vergnügen, den bereits angemeldeten Interessenten die frohe Botschaft zu überbringen. Von Wutausbrüchen und cholerischen Anfällen seitens der benachrichtigten Personen blieb ich aber zum Glück weitestgehend verschont. Schließlich, nachdem sich eine ganze Reihe von Leuten angemeldet und einige auch wieder abgemeldet hatten, kam am Ende doch eine ganz schlagkräftige Truppe zusammen.

Die Anreise erfolgte pünktlich, aber kaum eine Minute zu früh. Ganz hohes Ansehen errang sich Sportfreund Marc Munzert, der die Strecke von Saalfeld aus richtiggehend mit dem Fahrrad zurückgelegt hatte. An der Bowlingbahn im Sportcenter Schwarza traten dann jedenfalls eine Jugendmannschaft mit 5 Teilnehmern und eine Riege von Erwachsenen, bestehend aus 3 Kämpferinnen und 3 Kämpfern, den Wettstreit an.

Wie jeder weiß, der so etwas schon einmal mitgemacht hat, geht es dabei ja weniger gegeneinander, als miteinander. Der Spaß an der Freude steht tatsächlich im Mittelpunkt. Letztendlich, wie bei jedem Sport, muss es natürlich am Ende einen Gewinner geben … und auch einen Verlierer. Schiefe Blicke oder Kommentare von dem Einen zum Anderen gibt es bei uns aber freilich nicht. Zumal sich von uns wohl kaum einer rühmen könnte, ein richtiger Profi zu sein. Womöglich reicht es noch nicht einmal ganz zur guten Mittelklasse.

Trotzdem, und so war es geplant, war ein Heidengaudi angesagt. Keine Tränen, eher Trost, wenn die Kugel schon auf halber Strecke ins Aus kullerte, dafür Riesenapplaus von allen, wenn die Kegel durch einen Volltreffer tatsächlich einmal umpurzelten wie die Fliegen. Aber schließlich jeder unserer ausgemachten Bowlingamateure musste im Laufe des Abends mehr oder weniger die gesamte Bandbreite zwischen Erfolg und Misserfolg durchmessen. Auch von den totalen Nieten wurde keiner verschont. Und während die Jugendmannschaft locker 3 Durchgänge aufs Parkett legte, hatten wir Alten zu tun, innerhalb der Frist unseren 2. Durchgang eben noch zu Ende zu bringen.

Doch was wäre nun ein Wettkampf mit so sportlichem Einsatz ohne die dazugehörige anschließende Nahrungszuführung. So etwas könnte womöglich zu Entkräftungszuständen und, oder völligem moralischen Verfall führen. Deshalb war es schon immer wichtig, nach dem Bowling etwas zu essen und zu trinken. Eigentlich gibt das der Sache auch erst den richtigen Kick. Also hielten wir uns ebenfalls an diese grundlegende Regel.

Man kann sagen, was man will – das kleine Restaurant an der Bowlingbahn ist nicht das preiswerteste, hat aber durchaus einiges zu bieten. Speisen und Getränke gibt es in vielfältiger Auswahl. Das Essen schmeckt wirklich nicht schlecht und von den Portionen kann wohl auch ein erwachsener Mensch halbwegs satt werden. Ich hatte mir vorsorglich nur eine kleine Portion bestellt und muss sagen, für mich war das allemal genug. Für uns ging mit dem Abendbrot dann auch das Zusammensein zu Ende. Eine richtig gemütliche Zeit mit viel Spaß und Unterhaltung lag hinter uns, als sich unsere Wege schließlich wieder trennten.

Und doch gab es einen klitzekleinen Wehrmutstropfen.

Als ich zu Beginn unseres Wettkampfes anfing, Bilder zu machen, fühlten sich die Gäste auf der Nachbarbahn durch mein Blitzlicht abgelenkt. So etwas ist mir, ehrlich gesagt, tatsächlich auch noch nicht passiert. Mein Wille, Rücksicht auf diese Leute zu nehmen war stärker als mein Wunsch, mich mit ihnen herumzustreiten. Aus diesem Grund stellte ich mein Blitzlicht ab, was natürlich eine gewisse Unschärfe bei einigen Fotos zur Folge hat. Ein paar davon, bei denen man eigentlich gut erkennen kann, um was es geht, hänge ich diesem Bericht trotzdem mit an.  Das nächste Mal wird es dann ja hoffentlich nicht noch einmal solche blitzempfindlichen Korinthenkacker auf unserer Nachbarbahn geben.

 

Heimatverein Wickersdorf e.V.                                                         Eddy Bleyer

März 2026

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