Die nächste Gelegenheit

Die nächste Gelegenheit

Bestimmte Dinge sollte man von Zeit zu Zeit und regelmäßig einfach immer wieder einmal durchführen. Sonst besteht die Gefahr, man kommt aus der Übung. So könnte man sich das zum Beispiel auch mit dem Brotbacken in einem Holzbackofen vorstellen. Was dieses Handwerk angeht, haben die Bestimmungen zum Infektionsschutz nämlich auch ein ziemliches Loch gerissen. Zumindest hier bei uns in Wickersdorf. Zwei Jahre ist es laut meiner Aufzeichnungen jetzt her, dass wir das letzte Mal unseren Backofen in Betrieb hatten. Mit ausgezeichnetem Erfolg übrigens, wie ich mich noch ganz gut erinnern kann.

Als sich zum Sommer dieses Jahres die Einschränkungen wegen der Coronapandemie leicht zu lockern begannen, machten wir also wieder Pläne, die Arbeit des Heimatvereins mit einer Jahresmitgliederversammlung wieder in Gang zu bringen. Was auch ein guter Anlass gewesen wäre, ein paar Brote zu backen. Doch leider gingen die Lockerungen nicht weit genug, so dass die Versammlung und damit auch das Backen ausfallen mussten.

Ein Klassentreffen mit knapp 25 Teilnehmern bot dann allerdings gleich die nächste Gelegenheit, wenn auch leicht zweckentfremdet, mal wieder Tuchfühlung mit der Kunst des Backens aufzunehmen. Und wir packten sie beim Schopfe.

Anheizen am Freitag, dem 22. November, um am darauffolgenden Samstag backen zu können. Teig bestellen und rechtzeitig abholen, waren Haikos Aufgaben, während ich mich für die richtige Temperatur im Ofen verantwortlich erklärte. Doch während Haiko sein Werk pflichtgemäß tadellos vollbrachte, muss ich einräumen, dass ich mit meiner Heizerei himmelweit über das Ziel hinausschoss.

Das kostete uns natürlich viel Zeit, um den Ofen wieder abkühlen zu lassen und am Ende geriet die Farbe unserer Brote doch ein bisschen dunkler, als es zumindest meinerseits geplant war. Wobei ich letztlich auch noch unseren Holzvorrat völlig unnötig strapaziert hatte. Vielleicht hängt es ja tatsächlich auch mit der fehlenden Übung zusammen, die Bilanz fiel diesmal jedenfalls nicht besonders positiv aus.

Die Verantwortung dafür muss ich mir freilich selbst auf die eigene Fahne schreiben und wenn wir Ende November die nächste Backaktion durchführen, werde ich garantiert wieder mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl zur Tat schreiten. Ich bin mir sicher, wir können das besser.

Vom Geschmack her, das muss ich hier aber noch anfügen, waren unsere Brote trotz allem sehr gut gelungen. Wir bekamen von allen Seiten Lob. Unser eigenes Lob bestand darin, dass Haiko und ich gleich nach dem Backen, mit Mett- und Leberwurst bestrichen, zu zweit ein komplettes Brot aufaßen. Es ist einfach unbeschreiblich, was für ein sagenhaft grandioser Genuss das war.

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