So oder so ähnlich

So oder so ähnlich

Ganz so angenehm wie die Woche zuvor, als wir unser Sommerfest feierten, war das Wetter am 07. September leider nicht. Das spielte allerdings insofern keine allzu wesentliche Rolle, als sich die Gäste der Veranstaltung, zu der der Heimatverein eingeladen hatte, ohnehin in geschlossenen Räumen aufzuhalten hatten. Der Clou an diesem Filmabend war nämlich der, dass er wohl unter freiem Himmel stattfand, die Leute allerdings in ihren Autos sitzen bleiben konnten.

DSC_0013

Aussteigen musste man nur, wenn man Nahrungsmittel aufnehmen wollte. Es waren übrigens Nahrungsmittel von nicht alltäglicher Art.

Haiko Jakob und ich hatten nämlich extra am Vortag mal unseren Gemeindebackofen angeheizt. Brotteig war ebenfalls bestellt, den Haiko dann an diesem Samstag früh beizeiten in der Bäckerei Wagner in Saalfeld abholte. Mein ganz spezielles Ziel bestand darin, den Backofen einmal durch sparsames Heizen auf eine nicht allzu große Hitze zu bringen, mit der wir einfach und ohne viele Kapriolen die richtige Temperatur für unsere Brote erreichen konnten. Was mir im Wesentlichen gar nicht so schlecht gelang.

DSC_0002

Als Haiko mit seinem Teig aus Saalfeld zurückkam und auf das Thermometer schaute, war allerdings sein Entsetzen groß. „Der Ofen hat doch gerade mal noch 270 Grad.“  So oder so ähnlich waren seine Worte. „Da backen unsere Brote doch nicht durch“, fügte er hinzu. Und damit war die schönste Diskussion im Gange. Ich konnte daraus die Lehre ziehen, dass ich nun auch im fortgeschrittenen Alter ein noch recht streitbarer Mensch bin, der nicht immer gleich klein beigibt. Weiterhin musste ich allerdings auch erkennen, dass ich nicht mehr immer recht behalte, so wie früher manchmal.

Der Streit fand jedenfalls mit Hilfe fotografischer Dokumente aus der Vergangenheit schließlich ein gutes Ende und unsere Brote gelangen tatsächlich ganz ausgezeichnet.

DSC_0006

Am Nachmittag trafen sich dann, von Sylvi Harbich organisiert, einige fleißige Frauen, um unsere Brote in belegte Schnittchen zu verwandeln. Womit dann die Nahrungsgrundlage für unseren Kinoabend gesichert war. Selbstverständlich mangelte es nicht an flüssiger Nahrung in vielen verschiedenen Varianten. Verteilt wurden die Leckereien von zwei Einwohnern der Lebensgemeinschaft. So waren also, bis aufs Wetter, nahezu ideale Bedingungen. Im Auto sitzend ließ sich das aber zur Not aushalten.

DSC_0015

Über die professionelle Technik, die wir uns ausgeliehen hatten, ließ sich der Filmton verlustfrei auf die Autoradios übertragen. Mit Marc Munzert verfügten wir auch über den Mann, der dieses spezielle Equipment fachmännisch zu bedienen wusste.

Da es die erste Veranstaltung dieser Art in Wido war, könnte man sie wohl als so eine Art Test ansehen. Entsprungen der Idee, unsere schöne, große Open Air – Leinwand nicht ausschließlich nur zu unserem Sommerfest zu nutzen. Dass das Projekt nicht unbeachtet bleiben würde, dachten wir uns durchaus. Am Ende war die Teilnehmerzahl sogar um einiges höher, als wir erwartet hatten.

DSC_0024

In einer kurzen Programmpause, die dazu diente, eventuell akut auftretendes Hunger- oder Durstgefühl zu bekämpfen, kam mir der Eindruck, unser Unternehmen verbreite durchaus den erwünschten Spaß – zumindest bei den meisten unserer Kinogäste. Insofern halte ich es für möglich, dass man an eine Fortführung dieser Art von Veranstaltungen in der Zukunft nachdenken kann. Wie sich solche im Wiederholungsfall gestalten, muss einfach abgewartet werden.

Dieses erste Mal würde ich ganz zweifellos als einen beachtlichen Erfolg werten.

 

Heimatverein Wickersdorf e.V.                                                  Eddy Bleyer

Fotos: Haiko Jakob, Eddy Bleyer

DSC_0005

DSC_0010

DSC_0011

DSC_0012

DSC_0020

DSC_0028

DSC_0029

DSC_0027

DSC_0030

DSC_0032

IMG_5258

DSC_0041